Adler, Geier & Co werden auch weiter Ihre Kreise ziehen, denn ab Dezember 2008 übergibt
das Ehepaar Fentzloff die Anlage vertrauensvoll in die Hände des bisherigen
Verpächters
Bernolph v.Gemmingen.
- Eulen-Vater ... eagle-dad ... eisgrauer Geier-Guru ... sind nur einige der
Namen, die sich Claus Fentzloff in einem langen Schaffensleben erworben hat.
Die Liebe
zur Natur und ganz besonders zu den Greifvögeln hat den Lebensweg des 1924 in
Danzig geborenen Vogelexperten nachhaltig geprägt. Seine in 60 Jahren erworbene
profunde Sachkenntnis im Fachbereich Greifvögel ist weltweit gefragt.
1948 startete er seine nicht alltägliche Karriere als Tierfotograf, erste Flugvorführungen
mit Adlern folgten schon 1958 im Falkenhof Walldorf, seine legendären Veröffentlichungen über
das Jagen mit Steinadlern finden noch heute Beachtung. 1950 begann er aktiv im
Natur- und Artenschutz. Als Beringer der Vogelwarte Radolfzell kennzeichnete
er Schleiereulen und seltene Vogelarten. Zur Sicherung der Störche kletterte
er in schwindelnde Höhen auf Kirchtürme. Er rettete unzählige Igel, Schlangen,
Fledermäuse und Kröten als Naturschutzwart im Kreis Ludwigsburg und berichtete über
seine Tiererlebnisse jahrelang als Beauftragter des Kultus- ministeriums in spannenden
Dia-Vorträgen an den Schulen. Erste Vogelstimmenplatten bei Kosmos folgten, ab
1970 erste Tierfilme für den WDR – seine Sonntags-Mattinéen mit wechselnden Themen
an der Uni Heidelberg wurden zur vielbesuchten Einrichtung.
Nebenbei: Anno 1967 erfand und zelebrierte er das kulturhistorische Programm „das
Ritterliche Mahl“ auf vielen Burgen und Schlössern.
- Das fand viele Nachahmer.
-
Gleichzeitig
entwickelte er die heute auf allen Mittelalterveran- staltungen
verwendete “Marktsprache“ nach historischen Vorlagen.
Später gestaltete er das „Friderizianische Bankett“ mit höfischem Zeremoniell
und feiner Tafelmusik.
Mehr und mehr verletzte Tiere wurden ihm in diesen Jahren zur Versorgung gebracht – die
Idee für die erste Notaufnahme- und Pflegestation wurde mit der Gründung der
Burgfalknerei Beilstein 1961 verwirklicht - inzwischen in Fortführung auf Burg
Guttenberg die älteste private Zucht- und Forschungsstation in Europa.
36 Greifvogelarten züchtete er erfolgreich und übermittelte die wichtigen Brut-
und Aufzuchtdaten weltweit kostenlos an Zoologische Einrichtungen. Weitere Gestaltungsideen
und der ständig wachsende Vogelbestand brauchten bald eine neue Unterkunft.
Die
bot der damalige Inhaber der Burg Guttenberg, Christoph Frhr.v. Gemmingen-Guttenberg
zur Pacht auf Lebenszeit an.
Aus den ungenutzten Schutt- und Brennnesselgräben und den Zwingergärten rund
um die mittelalterliche Burg schuf Claus Fentzloff mit viel Phantasie und unvorstellbarem
Aufwand die Infrastruktur und Anlagen der DEUTSCHEN GREIFENWARTE. Er ahnte damals
nicht, welch attraktiven Anziehungspunkt er damit für die ganze Region im romantischen
Neckartal geschaffen hatte.
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Und wieder fand er
viele Nachahmer. -
Seit 1970 kamen die Besucher, zunehmend auch aus aller Welt und bestaunten die
einmaligen Flugvorführungen freifliegender Adler, Geier und Eulen so dicht über
ihren Köpfen, bei guter Thermik hoch am Himmel oder weit übers Neckartal bis
in den Odenwald. Ein unvergeßliches, hautnahes Erlebnis !
1992 lernte Claus Fentzloff seine heutige Frau Bettina kennen, die als Grafikern
und Malerin keine Ahnung vom Umgang mit den großen Vögeln hatte , aber beherzt
und tatkräftig alle Höhen- und Sturzflüge voller Begeisterung mitmachte. Nach
erfolgreicher Jäger- und Falknerprüfung stand sie ihrem Mann als Fachfrau zur
Seite, voll involviert in seine Zielsetzungen. Abenteuerliche, oft nicht ungefährliche
Expeditionen in alle Kontinente und entlegene Inselgruppen, immer auf den
Spuren
der Seeadler, unternahmen sie nun gemeinsam.
Fotos der Adler und anderer Wildtiere entstanden unter oft unglaublichen Bedingungen,
ob im eisigen Alaska oder im tropischen Regenwald der Salomonen in der Südsee.
Von diesen Begegnungen in fernen Ländern berichteten Bettina und Claus Fentzloff
bei den Flugvorführungen, vor allem aber von ihrer faszinierenden Arbeit, von
Pflege, Zucht und Forschung. Bei Wind und Wetter standen Sie täglich auf dem
Flugplatz und konnten das Interesse und Staunen von Millionen Menschen wecken
für diese beeindruckenden, gefährdeten Großgreife.
Bei dieser Naturschutzarbeit lag es Bettina Fentzloff besonders am Herzen, den
technikverwöhnten und naturentwöhnten Schulkindern und Jugendlichen die Natur
näher zu bringen. Dies fand großes Echo beim engen Kontakt mit den imposanten
Vögeln, bei einer kleinen Mutprobe, der hautnahen Begegnung und wurde für die
Kinder zum bleibenden, tiefen Erlebnis.
In den Wehr- und Zwingeranlagen rund um die Burg bestaunten die Besucher ca.
100 Greifvögel und Eulen aus nächster Nähe. Exotische Skulpturen, Exponate, Großfotos
und viele Sonderausstellungen in den liebevoll gestalteten Anlagen ergänzten
den Themenkreis. Die Gefahren für die bedrohten Greifvögel durch den Menschen,
die Zerstörung ihrer Lebensräume und direkte Verfolgung konnte Claus Fentzloff
mit vielen Beispielen eindringlich darstellen.
Sein Hauptanliegen in 60 Jahren aber war die Zucht und kostenlose Auswilderung
der vom Aussterben bedrohten Seeadler und anderer Arten in Europäischen Ländern:
Züchten für die Freiheit – nicht für den Verkauf !
Sein lebenslanges Motto war
und ist: Der Natur das zurückzugeben, was der Mensch der Natur genommen hat !
1975 startete er als Erster erfolgreich die Auswilderung von insgesamt 37 Europäischen
Seeadlern aus eigener Zucht in ehemaligen Brutgebieten (Schleswig-Holstein, Irland,
Frankreich, Schweden, Tschechei) Dank der Beringung der Vögel kann er eindrucksvolle
Zahlen vorweisen: Heute fliegen dort über 400 Nachkommen seiner Adler in mehreren
Generationen. Der Bestand des Europäischen Seeadlers ist gesichert auch dank
seiner Ideen und seinem großem persönlichen Einsatz. Alle Aufwendungen und Leistungen
zum Schutz bedrohter Arten erbrachte er in all den Jahren ohne staatliche Zuschüsse
oder Subventionen .
Bettina & Claus Fentzloff bedanken sich an dieser Stelle, auch im Namen ihrer
fliegenden Freunde, ganz herzlich für die Treue und Zuwendung der Mitarbeiter,
der Wegbegleiter
und Helfer,
Besucher und Freunde der DEUTSCHEN GREIFENWARTE über fast 4 Jahrzehnte und wünschen
allen allzeit einen “Guten Flug“ und ihrem Nachfolger einen guten Start !
Anfragen betreffend Greifenwarte bitte unter
info@greifenwarte.de
Anfragen betreffend Bettina + Claus Fentzloff bitte unter
info@claus-fentzloff.de
info@bettina-fentzloff.de |
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Fotograf: Ralf Hettler

 Fotograf: Herbert Fahr

 Fotograf: Silvio Bürger

 Fotograf: Silvio Bürger

 Fotograf: Silvio Bürger

 Fotograf: Irene Lachner

 Fotograf: Irene Lachner

 Fotograf: Silvio Bürger |